Jugendbeauftragte der Stadt BobingenAnna-Maria Högg
Bei der Auftaktveranstaltung am 05. Oktober 2026 begrüßte Landrat Martin Sailer (links im Bild) die neuen Jugendbeauftragten der Stadt Bobingen. Von links nach rechts: Elisabeth Kugelmann (FBU), Miriam Streit-Zach (CSU), Jonas Püschel (Grüne), Dr. Armin Bergman (SPD). Nicht auf dem Bild: Martin Gschwilm (Freie Wähler). Nach einer Pause sind damit wieder alle Stadtratsfraktionen in dieser Funktion vertreten.

Junge Stimmen brauchen Ansprechpersonen vor Ort

Kommunale Jugendarbeit startet Qualifizierungsreihe für Jugendbeauftragte im Landkreis Augsburg

Wer junge Menschen erreichen und ihre Anliegen ernst nehmen will, muss ihnen zuhören – und vor allem vor Ort ansprechbar sein. Genau hier setzen die Jugendbeauftragten in den Städten, Märkten und Gemeinden des Landkreises Augsburg an. Bei einer gemeinsamen Kickoff-Veranstaltung sind die neu benannten Jugendbeauftragten nun in ihre Aufgabe gestartet. Organisiert wurde der Termin von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Augsburg, die die Ehrenamtlichen künftig auch mit Beratung, Vernetzung und gezielten Fortbildungsangeboten begleitet. Insgesamt haben 42 der 46 Kommunen im Landkreis Augsburg aus ihren Stadt- und Gemeinderäten Jugendbeauftragte benannt. Damit gibt es in einem Großteil der Landkreisgemeinden feste Ansprechpersonen für die Belange von Kindern und Jugendlichen. Als Mitglieder der kommunalen Gremien übernehmen sie diese Aufgabe zusätzlich zu ihrem politischen Ehrenamt. „Jugendpolitik beginnt nicht erst in München oder Berlin, sondern ganz konkret vor Ort. Wer möchte, dass junge Menschen sich gehört fühlen und sich für ihre Heimat und unsere Demokratie engagieren, muss ihnen zuhören und ihnen echte Möglichkeiten zur Mitgestaltung geben. Unsere Jugendbeauftragten leisten genau dazu einen wichtigen Beitrag“, betont Landrat Martin Sailer. „Ich freue mich deshalb sehr, dass sich bereits 42 unserer 46 Kommunen auf den Weg gemacht haben. Das ist ein starkes Zeichen dafür, welchen Stellenwert die Anliegen junger Menschen im Landkreis Augsburg haben. Ich hoffe, dass die anderen noch folgen werden.“

Jugendbeauftragte sind dabei weit mehr als reine Kontaktpersonen. Sie sind Sprachrohr, Vermittler und Impulsgeber für die junge Generation. Sie bringen die Anliegen von Kindern und Jugendlichen in die Kommunalpolitik ein, knüpfen Kontakte zu Jugendgruppen, Vereinen und Verbänden, unterstützen Beteiligungsformate und können wichtige Impulse für jugendgerechte Angebote und Räume in ihrer Kommune geben. In vielen Gemeinden hat sich dieses Ehrenamt bereits seit Jahren bewährt.

Dass die Stimme junger Menschen stärker gehört werden muss, steht aktuell auch auf Landesebene im Fokus. Mit Manuel Knoll hat Bayern seit Ende September erstmals einen Staatsminister für Jugend und Demokratie, der es sich nicht nehmen ließ, sich im Rahmen der Kickoff-Veranstaltung des Landkreises bei den Jugendbeauftragten für ihr Engagement zu bedanken. In seinem neuen Amt möchte er die Interessen junger Menschen stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen. „Die Einrichtung eines eigenen Staatsministeriums für Jugend und Demokratie zeigt: Die Frage, wie wir junge Menschen für unsere Demokratie begeistern und ihnen eine Stimme geben, ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Auf kommunaler Ebene haben wir dafür mit unseren Jugendbeauftragten bereits wichtige Strukturen geschaffen“, so Sailer.

Damit die neuen Jugendbeauftragten für ihre Aufgabe gut gerüstet sind, bietet die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Augsburg in den kommenden Monaten eine praxisnahe Qualifizierungsreihe an. Die einzelnen Module greifen konkrete Fragen aus dem kommunalen Alltag auf – von den Grundlagen der Jugendarbeit und der Jugendbeteiligung über rechtliche Themen und Schutzkonzepte bis hin zu Ferienprogrammen, Jugendtreffs und jugendgerechten Räumen. Auch Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch stehen auf dem Programm. „Unser Ziel ist, dass die Jugendbeauftragten nicht nur wissen, welche Möglichkeiten sie haben, sondern auch ganz konkrete Werkzeuge für ihre Arbeit vor Ort an die Hand bekommen. Gleichzeitig wollen wir ein starkes Netzwerk schaffen, in dem Erfahrungen, Ideen und gute Beispiele aus den Kommunen miteinander geteilt werden“, erklärt Monika Seiler-Deffner von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Augsburg. Kinder und Jugendliche, die ein Anliegen haben oder wissen möchten, wer in ihrer Gemeinde für sie ansprechbar ist, können sich direkt an ihre Kommune oder an die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Augsburg wenden.